Was ändert die Evolution?

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Der Maikäfer

D
Zur Zivilisation

Die Bedeutung des Nuckels

 

Was verändert sich im Verlauf der Evolution und der Zivilisation?

Nach Jahrmillionen dauernder Arbeit haben die nichtlebenden Systeme sich irgendwann zu lebenden Systemen entwickelt, nämlich zu einer Zelle, die einen Stoffwechsel mit ihrer flüssigen Umwelt hat und sich durch Teilung vermehren kann.

Die Evolution

Seitdem hat sich diese Zelle nicht mehr nennenswert weiterentwickelt. Der Begriff "Evolution" beschreibt lediglich Veränderungen, die sich um diese Zelle herum abgespielt haben.

Die entscheidenden Schritte dieser Evolution des Zellumfeldes waren:

die Entwicklung von lebenden Systemen (Tieren), die die Photosynthese nicht mehr selbst durchführen müssen, weil sie Pflanzen als Nahrung nutzen
die Entwicklung von Mehrzellern, die Einzeller als Nahrung nutzen usw.
die Entwicklung der zweigeschlechtlichen Vermehrung
die Entwicklung körperexterner Organe, die das Wesen der Zivilisation ausmachen

Ich beschränke mich nun auf die Evolution der Tiere aus Sicht einer Zelle, die ich kurz folgendermaßen beschreibe:

Der tierische Zelle muss aus ihrer Umgebung ständig Sauerstoff und Glucose zur Energiegewinnung und einige andere Moleküle zum Aufbau eigener Strukturen entnehmen können und die Abfallprodukte ihres Stoffwechsels dorthin abgeben können. Diese Umgebung ist für die Zelle innerhalb eines Mehrzellers der interstitielle Raum, der mit Flüssigkeit (Blut, Lymphe) gefüllt ist. Der restliche Organismus mit seinen Organen hat die Aufgabe, die Zufuhr der benötigten Stoffe und den Abtransport des Zellabfalls zu gewährleisten.

Die Evolution betrifft lediglich diesen Restorganismus. Der Stoffwechsel der Zelle hat sich seit Beginn der Evolution nicht wesentlich geändert. Evolviert haben sich lediglich die Strukturen des Gesamtorganismus, der lebenden Systems der Ordnungshöhe Individuum. Um den Zellen die notwendigen Substanzen zuzuführen haben sie Tracheensysteme, Kiemen, Lungen, einen Blutkreislauf mit Pumpsystem (Herz), Mund, Verdauungssysteme und Ausscheidungsorgane (Nieren) und Fortbewegungssysteme zum Erreichen von Energieträgern in Form von Beinen, Flügeln oder Flossen entwickelt. Zur Koordinierung der zum Teil sehr komplizierten Bewegungsabläufe wurden Gehirne gebildet, zur Vermehrung der Zellen Fortpflanzungsorgane. Die einzelne Zelle, deren Umgebung die Individuen auf die unterschiedlichen Weisen konstant halten, was Homöostase genannt wird, weiß von all dem nichts und sie interessiert sich auch nicht dafür.

Die Zelle schwimmt nach wie vor in ihrer nahezu unveränderten Umgebung und lebt, so lange diese Umgebung vorhanden ist, genauso wie zu Beginn der Evolution.

Die Zivilisation des Menschen

Der Mensch hat mit Hilfe seines Ideenreichtums weitere Organe entwickelt, die außerhalb seines lebenden Körper liegen und die nicht mit tierischer Energie (ATP) betrieben werden müssen, sondern mit Fremdenergie, die er seinem lebenden Körper nicht erst zuführen muss, wie Benzin und Strom. Der Antrieb dazu kommt aus der Suche nach Energieersparnis (Wilhelm Ostwald 1908) oder Effektvergrößerung bei gleichem Energieaufwand.

Er muss daher selbst weniger Energie mit Hilfe seiner Zellen erzeugen und entlastet seinen lebenden Körper. Diese nichtlebenden körperexternen Organe, die Fortbewegung – wie das Auto – oder anderen Zwecken dienen, gehören zum Individuum wie seine lebenden Organe innerhalb des Körpers. Das System Individuum hat sich also um nichtlebende materielle Teile vergrößert. Dieses moderne Individuum nenne ich System Mensch. Im Vergleich mit allen anderen lebenden Systemen hat es eine neue Qualität dadurch, dass es über zusätzliche Organe verfügt, die bei seinem Tod nicht mitsterben. Sie werden an die nächste Generation weitervererbt oder können zu Lebzeiten an die Mitmenschen abgegeben werden – am genetischen Vererbungscode vorbei. Um diese nichtlebenden körperexternen Organe zu handeln, hat der Mensch das Geld erfunden. Sie müssen also vom Individuum nicht selbst hergestellt werden, wie die inneren Organe, sondern können gekauft werden.

An den Bedürfnissen der Zelle hat auch diese Zivilisation nichts geändert. Sie hat jedoch die Nahrungsbeschaffung erheblich komplizierter gemacht. Während der Affe sich durch einen Griff an den Baum eine Banane pflücken und sich einverleiben konnte, muss der moderne Mensch und seine Mitmenschen folgende Aktionen durchführen, wenn er eine Banane essen möchte:

Das Individuum muss zunächst eine Schule besuchen und eine Ausbildung machen, um einen Arbeitsplatz zu finden, an dem er täglich 8 Stunden zubringt, dort arbeitet und dafür Geld erhält. Mit diesem Geld geht er in den Supermarkt, kauft sich eine Banane und legt diese in seiner Wohnung in eine Obstschale. Dazu benötigt er natürlich eine Wohnung mit Einrichtung und eine Obstschale. Die Wohnung muss erst einmal von verschiedenen Mitmenschen hergestellt werden, wie auch die Einrichtung. Die Banane muss ihrerseits auch erst einmal von einem Mitmenschen in einem anderen Erdteil gepflückt werden und mit Schiff und Lastwagen in den Supermarkt transportiert werden. Dazu müssen selbstverständlich erst einmal Schiff und Lastwagen mit den entsprechenden Antriebssystemen und Verbrennungsmitteln erfunden und hergestellt werden, Straßen gebaut werden und natürlich der Supermarkt. Und die elektronische Kasse im Supermarkt muss entwickelt und produziert werden und ein Kassierer muss eingestellt werden, damit das Individuum die Banane im Supermarkt vorfindet und kaufen kann.

Das Erfinden und Herstellen dieser und der anderen, hier nicht erwähnten, Voraussetzungen, das nur einige tausend Jahre gedauert hat, sowie die Organisation der gesellschaftlichen Verbindungen und Versorgungsstrukturen sind der zivilisatorische Prozess, der die Evolution abgelöst hat und zu den gegenwärtigen Verhältnissen geführt hat. 

Mit anderen Worten: Evolution und Zivilisation haben vor allem den Vorgang der Energieanlieferung an die Zelle immer komplizierter gemacht, sie in allen möglichen Umwelten am Leben erhalten, aber
an den Bedürfnissen der Zelle hat sich nichts geändert.
Die Betrachtung des Abtransports der Abfallstoffe von der Zelle auf die Rieselfelder oder in die Kläranlage erspare ich mir.

Wichtig ist jedoch die Erwähnung der Informationsspeicherung: Die Zelle speichert die für sie wichtigen Informationen (Bauanleitungen) im Kern mittels eines genetischen Codes. Die Individuen speichern die wichtigen Anleitungen zum Auffinden ihrer Nahrung (Energie) in einem Nervensystem und seinem Zentralorgan, dem Gehirn. Der Mensch speichert sein Wissen hirnextern in Büchern, auf Festplatten usw., wo sie seinen Tod überleben (Emergenz).
Diese letzte sprunghafte Veränderung der Informationsspeicherung auf körperexterne Datenträger ist die Neuerung, die die Zivilisation beschleunigt hat und den Menschen aus dem Tierreich heraushebt

Rudi Zimmerman
Gesellschaftsphilosoph

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Das System Mensch.
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Die Datentransformation.
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